Karate, die Kunste des Kampfes mit der "leeren Hand", hat seinen
Ursprung in Indien. 500 Jahre vor unserer Zeitrechnung.
Im Laufe der Zeit entwickelten sich verschiedene Formen des
Karate.
Kyokushin-Karate = Stil "der letzten Wahrheit", wurde erst vor rund
50 Jahren von Masutatsu Oyama gegründet.
Das Symbol des Kyokushinkai ist das Kanku-Zeichen
.
Es ist abgeleitet von der Kanku-Kata (Kanku: "In den Himmel
blicken").
In dieser Kata werden die Hände hochgehoben. Daumen und
Zeigefinger von linker und rechter Hand bilden dabei einen Kreis,
durch den der Himmel betrachtet wird.
Die feinen Spitzen bilden die Finger. Sie symbolisieren
Endgültigkeit oder den Höchststand. Die dicken Teile bilden
die Handgelenke; sie stehen für Kraft. Der Mittelpunkt
versinnbildlicht Unendlichkeit, bzw. unendliche Tiefe. Das
Kanku-Zeichen wird von einem Kreis umschlossen. Er stellt
Kontinuität und Kreisbewegung dar.
Kyokushinkai unterscheidet sich von anderen Kampfkünsten unter
anderem durch das Fehlen von Gewichtsklassen bei großen
internationalen Turnieren, sowie der Durchführung von
"Tameshiwari" (=Bruchtest) zur Qualifikation vor jedem Kampf, bzw.
zur Siegerbestimmung bei Punktegleichheit nach einem Kampf.
Außerdem wird ohne Schutzausrüstung (ausgenommen
Genitalschutz) bis zum K.O. gekämpft.
Trotzdem versteht sich das Kyokushin-Karate als traditionelles Budo
mit Kata(=Formenlauf), Khion (=Grundschule) und Kobudo
(=Waffenkampf).
Das Ziel ist die individuelle Förderung jedes Einzelnen im
mentalen und körperlichen Bereich, unabhängig von
Geschlecht und Alter.
Namentlich im Bereich des Kinder- und Jugendtrainings wurde in den
letzten Jahren grosse Arbeit geleistet. Dank diesem Engagement wurde
das Kyokushin-Karate von Jugend und Sport (J&S) ins
Sportfach Karate aufgenommen.
Kinder bis 15 Jahre kämpfen nur mit Schutzausrüstung und
kontaktlos, d.h. die Kampftechniken werden ohne Berührung des
Gegners ausgeführt.
Jugendliche im Alter von 16 bis 20 Jahren, kämpfen mit
Schutzausrüstung und mit leichtem Körperkontakt, aber ohne
K.O.-Schläge.
Masutatsu Oyama wurde am 27. Juli 1923 im Süden von Korea
geboren.
Mit zwölf Jahren kannte er sich in den Kampfsportarten des
chinesischen Kempo, des Judo und des Boxens aus.
Beeindruckt von Grossmeister Gichin Funakoshi, begann Oyama intensiv
in dessen Dojo an der Universität von Takushoku zu trainieren
und wurde mit zwanzig Jahren Yondan. Daraufhin vertiefte Oyama seine
Kenntnisse im Judo und wurde in weniger als vier Jahren ebenfalls
Yondan.
Inspiriert von den berühmten Musashi-Schriften, begab sich Oyama
im Alter von 23 Jahren, zusammen mit seinem Gefolgsmann Yashiro, auf
den Berg Miobu in Japan.
In völliger Abgeschiedenheit, trainierten die beiden
unermüdlich.
Nach einem halben Jahr verliess Yashiro die Einsamkeit, doch Oyama
trainierte weiter - zwölf Stunden am Tag, sieben Tage in der
Woche. Nach vierzehn Monaten verliess auch Oyama den Berg,
gerüstet für die nationalen Meisterschaften in Japan,
welche er auch gewann.
1950 begann Sosai Oyama seine berühmten Stierkämpfe, um der
ganzen Welt die Kraft und Stärke seines Karate zu
demonstrieren.
Gegen 53 Stiere trat Oyama an, von denen er drei sofort tötete
und den anderen mit seinem Handkantenschlag die Hörner
abschlug.
Als 1952 Oyama zum ersten Mal die USA besuchte, wo er ein Jahr lang
weilte, trat er gegen jeden an, der ihn herausforderte. Alle seine
270 Gegner landeten auf dem Boden und kein Kampf dauerte länger
als 3 Minuten.
1953 eröffnete Oyama sein erstes Dojo. Anlässlich der
offiziellen Einweihung des jetzigen Welthauptquartiers, verlieh Oyama
1964 seinem Kampfstil die Bezeichnung Kyokushin - Stil "der
letzten Wahrheit".